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JAYE JAYLE
Jaye Jayle
Düster, launisch, dramatisch - so klingen Jaye Jayle auf ihrem zweiten Album, wissend, dass weniger manchmal mehr ist und ein Flüstern lauter sein kann als ein Schrei. Für "No Trail And Other Unholy Paths" setzt die in Kentucky heimische Band um Young Widows-Frontmann Evan Patterson weiterhin auf einen bisweilen monochrom anmutenden Sound, schraubt dabei aber deutlich an den Kontrasten. Unterstützt werden Patterson, Todd Cook am Bass, Neal Argabright am Schlagzeug und Corey Smith an Keyboards und Percussion dabei von Emma Ruth Rundle, die Gitarre, Gesang und das Coverfoto beisteuert. Kein Wunder, denn seit der letztjährigen Split-EP "The Time Between Us" und der folgenden gemeinsamen Welttournee sind Patterson und Rundle auch abseits der Bühne unzertrennlich. Das ist allerdings nicht die einzige Veränderung: Im Gegensatz zu den frühen Vier-Spur-Aufnahmen von Jaye Jayle tragen die minimalistischen und doch fantasievollen Songs von "No Trail And Other Unholy Paths" nun viel stärker cineastische Züge und werfen immer wieder das Kopfkino des Hörers an, wenn Patterson und Co. trotz Rückbezügen auf Neo-Folk, Krautrock, Blues, Indierock und New Age unbeirrt nach vorn schauen. Das Ergebnis ist ein dunkel funkelnder Soundtrack fürs Kopfkino. Vor dem Jaye Jayle-Auftritt in Utrecht im letzten Dezember stellten wir Evan Patterson unsere zehn Fragen.

1. Was ist deine Definition von "guter Musik"?

Evan Patterson: Für mich ändert sich das ständig, und das ist auch immer schon so gewesen. Im Moment ist gute Musik für mich die, die mir hilft, mein Leben, meine alltägliche Routine, auszublenden. Da ich im Moment so viel unterwegs bin, um Musik zu machen, ist das oft gar nicht so leicht, dennoch ist das meine Definition.

2. Was war der wichtigste Einfluss bei den Aufnahmen zur neuen Veröffentlichung?

Evan Patterson: Das Album unterscheidet sich von allem, was ich zuvor gemacht habe, weil es die erste Platte ist, die wir gemeinsam als Band geschrieben haben. Zuvor habe ich die Songs vollkommen allein verfasst und erst dann die Band dazugeholt. Die neue LP ist nun viel weniger ein Soloprojekt als das, was Jaye Jayle in der Vergangenheit gemacht haben.

3. Warum sollte jeder deine neue Veröffentlichung kaufen?

Evan Patterson: Jeder sollte das neue Album kaufen, weil es fantastisch ist! Ich war noch nie zuvor in meinem Leben so stolz auf die Musik, die ich gemacht habe, wie bei dieser neuen Platte. Ich hatte die Chance, mit Dean Hurley zusammenzuarbeiten, dem Mixer und Produzenten von David Lynch, und die Erfahrung war einfach nur fantastisch. Die Klangfarbe, die soundtechnische Sättigung der Platte, geht weit über alle Erwartungen hinaus, die ich je hatte.

4. Was hast du dir von deiner ersten Gage als Musiker gekauft?

Evan Patterson(lachend): Ich habe meine Miete bezahlt!

5. Gab es einen bestimmten Auslöser dafür, dass du Musiker werden wolltest?

Evan Patterson: Als ich etwa 11 war, sah ich mein erstes Punk-Konzert. Avail spielten ein ausverkauftes Konzert in einem kleinen, vollgepackten 200er Laden, und der Schweiß und die Hitze und die Energie im Raum waren eine unglaubliche Erfahrung für mich. Das weckte in mir den Wunsch, selbst Musik zu machen. Ich interessierte mich damals schon sehr für Kunst, fürs Zeichnen und Modellieren, und zwei Jahre später fing ich dann an, Gitarre zu spielen. Musik kennt für mich kein Ende, das Ganze ist für mich eine fortwährende Entwicklung. In puncto Kreativität komme ich nie an den Punkt, an dem ich nicht weiterweiß. Du suchst dir einfach ein neues Konzept, und das verfolgst du dann weiter.

6. Hast du immer noch Träume - oder lebst du den Traum bereits?

Evan Patterson (lachend): Ich habe noch Träume! Ich würde das Musikmachen gegen nichts eintauschen wollen, aber die Vorstellung, dass die Musik etwas sein könnte, um meinen Lebensunterhalt zu verdienen, ist in der Tat ein Traum. Derzeit kann ich davon leben, weil wir ohne Pause auf Tour sind, aber es wäre schon schön, wenn ich durch die Musik auch ein Auskommen hätte, wenn ich weniger unterwegs bin und es Zeit wird, neue Songs zu schreiben und neue Konzepte zu finden. Ich weiß, dass es nicht einfach wird, aber ich glaube auch nicht, dass es unmöglich ist, ein wenig erfolgreicher zu sein. Heute gibt es ja für fast alles eine Nische!

7. Was war deine größte Niederlage?

Evan Patterson: Oh, das ist schwierig! Mir fällt nicht wirklich etwas ein. Alle Rückschläge sind einfach Teil des Prozesses, Teil des Vorankommens.

8. Was macht dich derzeit als Musiker am glücklichsten?

Evan Patterson: Mit Emma auf Tour zu sein, mit einer großen Gruppe von Leuten unterwegs zu sein und diese Erfahrung zu teilen. Wir waren 2017 gleich zweimal in Europa auf Tour, und ich fühle mich hier total wohl. Musiker werden hier so viel besser behandelt. Unterwegs sein und sich nicht, wie in den USA üblich, mit blöden Security-Typen und Soundleuten, die ihren Job hassen, herumschlagen zu müssen, empfinde ich als sehr inspirierend. Wenn ich es finanziell stemmen könnte, würde ich nur in Europa auf Tour gehen.

9. Welches ist das schlechteste Lied, das je geschrieben wurde?

Evan Patterson: Ich hasse "Hotel California " von den Eagles! Mich schaudert's jedes Mal, wenn ich den Song höre!

10. Wer - tot oder lebendig - sollte auf deiner Gästeliste stehen?

Evan Patterson: Cormac McCarthy, Alejandro Jodorowsky, Ennio Morricone - die wären meine Top 3!

Weitere Infos:
www.facebook.com/jayejayle
jayejayle.bandcamp.com
Text: -Gaesteliste.de-
Foto: -Kristin Cofer-
Jaye Jayle
Aktueller Tonträger:
No Trail And Other Unholy Paths
(Sargent House/Cargo)




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