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Freya Ridings - Freya Ridings

Platte der Woche

KW 29/2019


Freya Ridings - Freya Ridings
Island/Universal
Format: LP

"Das ist doch nur Pop-Musik" sagen viele, die aus diesen und jenen Gründen auf die britische Songwriterin Freya Ridings stoßen - ganz so als sei das ein Qualitätsurteil. Dabei muss man Popmusik - vor allen Dingen gute und stimmige, wie Freya sie macht - ja auch erst mal hinbekommen. Dabei besitzt die Gute einige Eigenschaften, die für sie sprechen: Freya schreibt und spielt ihre Songs am Piano, sie besitzt eine in diesem Umfeld außergewöhnliche Stimme (und klingt dabei NICHT wie die neue Adele, wie oft kolportiert wird) und sie hat ihr gesamtes Oeuvre, das sie nun auf ihrer Debüt-LP versammelt, zuvor als betont charmante Performerin ausgiebig live getestet - und tatsächlich weitestgehend auch schon in Form von zwei selbst verlegten Live-LPs veröffentlicht. Das führt dazu, dass ihre Songs auch auf der LP betont organisch und spielfreudig dargeboten werden, was der Scheibe ein sympathisches Old-School-Flair verleiht.

Die Idee, einige der Tracks relativ üppig mit Gospelchören anzureichern, stammt dabei übrigens von ihr selbst und nicht etwa von dem Produzententeam; denn sie hat erkannt, dass sich ihr elegisch/klagendes Timbre bestens für ein solches Setting eignet (was sie etwa durch Cover-Versionen von Hosier-Stücken schon vorab demonstrierte), auch wenn Freya mit spirituellen Themen gar nicht so viel am Hut hat. Stattdessen kommentiert sie die Dramen, die sich im Rahmen nicht immer ganz einfachen Jugendzeit ergeben haben, mit der souveränen Hand der Muttersprachlerin auf leicht verständliche, aber keineswegs banale Art sehr stimmig und nachvollziehbar. Als Rollenmodell für junge Mädels ist sie dabei bedingt durchaus geeignet - obwohl das nicht unbedingt ihr Anliegen ist. Mag sein, dass Freya kompositorisch das Rad nicht unbedingt neu erfunden hat, und das musikalisch so einiges zumindest ähnlich anhört - aber immerhin zeichnen sich ihre Songs durch eine bemerkenswerte Stimmigkeit und Balance aus, sowohl was die musikalische Auslegung, die Stimmung, wie auch die Performance betrifft. Dazu gehört auch, dass sich Freya nicht alleine auf ihre melancholischen Trademark-Balladen verlässt, sondern auch einige kraftvolle Up-Tempo-Nummern im Angebot hat. Kurzum: Dieses Debüt-Album überzeugt nicht deswegen, weil hier alles neu gemacht wird - sondern alles richtig!



-Ullrich Maurer-


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