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Tonträger-Review
 
Justine Electra - Green Disco

Platte der Woche

KW 48/2013


Justine Electra - Green Disco
Neun Volt
Format: CD

Wie schon im Falle ihres Debütalbums "Soft Rock" ist auch bei der zweiten Veröffentlichung der in Berlin gestrandeten australischen Frickel-Songwriterin Justine Electra der im Titel geführte Musikstil (hier "Disco") quasi der einzige, der sich nicht als solcher auf dem Album findet. Das ist der spezielle Humor Justines (der sich munter in den dadaistischen Textcollagen fortsetzt), der ansonsten dafür Sorge trägt, dass sie ansonsten kaum etwas auslässt, mittels dessen sich poppige Indie-Songs fabrizieren lassen. Das kann alles Mögliche sein - von der ungelenk bedienten Akustik-Gitarre über Kinderspielzeuge, gestaffelte Vocal-Samples und HipHop-Beats bis hin zur gesampelten Dudelsack-Loop und immer wieder ein wunderschön atypisch eingesetztes Mellotron. In der Tat müsste man dieses Jahr schon ziemlich suchen, um Scheiben zu finden, auf denen mehr musikalische Ideen verbraten wurden als auf diesem faszinierenden Do-It-Yourself-Pop-Bausatz.

Dass das alles nicht in abstrakten Krach ausartet, sondern zumeist logisch und zugänglich in spinnerten Popsongs kanalisiert wurde, spricht für die Künstlerin. Und wer unter solchen Bedingungen dann noch nonchalant Will Oldham zitieren kann ("Nippon Darkness"), ohne dass es aufgesetzt, ungelenk, peinlich oder gewollt intellektuell klingt, der zählt ja wohl zu den Meistern seines Fachs. Geringere hätten sich mit einem solchen Anti-Konzept zweifelsohne in abstrakten Ideen verloren - Justine Electra schafft es hingegen, einen begeisternden, humorvollen und immens unterhaltsamen Instant Indie-Pop-Klassiker hinzulegen.



-Ullrich Maurer-


Video: "Great Skate Date"


 
 
 

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