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Konzert-Bericht
 
"Ich bin eine Jukebox."

Wallis Bird

New York, Rockwood Music Hall 2
19.08.2019

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Wallis Bird
Ihren musikalischen Lebensunterhalt verdient Wallis Bird ja schon seit geraumer Zeit in unseren Breiten. Davon kündet z.B. der Umstand, dass die Tour zu ihrer im September anstehenden neuen Scheibe "Woman" bereits bis ins nächste Jahr gut gebucht - und teilweise schon ausverkauft - ist. In den USA freilich zählt die quirlige Irin eher zu den gut gehüteten Insider-Tips. Das erklärt dann auch, dass sie bei ihrem Debüt in New York in der relativ übersichtlichen (und bemerkenswert anmaßend benannten) Rockwood Music Hall 2 im Rahmen ihrer ersten US-Tour seit neun Jahren auftreten konnte und dort dann nur auf eine Handvoll eingeweihter, treuer Fans traf - in einem Rahmen also, dem sie hierzulande längst entwachsen ist; der sich aber natürlich hervorragend eignet, neues Material (und gleichzeitig das Konzept ihrer anstehenden Solo-Tour bei uns) auszuprobieren.
"Was möchtet ihr denn hören?", fragte Wallis zunächst das Publikum, "das ist ja eure Show, weil ihr ja dafür bezahlt habt und ich bin ja sowieso eine Jukebox." Nun ja - ganz so schlimm wurde es dann aber doch nicht. Und zwar aus einem ganz einfachen Grund: Welchen Plan auch immer für eine dramatisch konzipierte Setlist Wallis im Kopf gehabt haben mochte, torpedierte sie selbst einfach dadurch, dass sie im Folgenden wesentlich mehr Saiten verbrauchte als ein mittelbegabter Triathlet an Kalorien. Und jedenfalls mehr als ihr treuer Gitarrentechniker Aidan nachziehen konnte. (Mit dieser Tätigkeit waren dann bis zu vier Personen beschäftigt.) Das führte dazu, dass Wallis eben nicht nur solide Hits wie "To The Bone" raushaute, sondern auch experimentellere Sachen wie z.B. den neuen Song "Time Is Not Waiting", den sie am Piano vortrug oder aber "I Could Be Your Man" - ein Song der traditionell ohne Gitarre und konventionelle Instrumentierung auskommt; den Wallis aber mit Sampler und Vocal-Effects garniert vorträgt (und in dem speziellen Fall mit Aidan und Tourbegleiterin Tracy Kelleher als menschliche Beatbox bzw. als Backing-Sängerin).
Aufgrund der beschränkten Verhältnisse auf der winzigen Bühne beschäftigte sich Wallis zunächst mal damit, ordentlich umzuräumen, damit genügend Platz für die berühmten, hyperenergischen Intensitätsausbrüche, die gemeinhin ihre Shows kennzeichnen, zu haben. Dann aber gab es kein Halten mehr - mit den bereits erwähnten Folgen die Materialermüdung betreffend. Von ihrer kommenden LP spielte Wallis dann noch einige Stücke, darunter den balladesken Titeltrack "Woman Oh Woman" in einer improvisierten A-Cappella-Version sowie gegen Ende der Show dann noch den Up-Tempo-Opener "As The River Flows". Müßig zu erwähnen, dass sich diese Live-Versionen stark von den Studioproduktionen unterschieden (die Wallis - wie schon bei der letzten LP "Architect" mit Mitteln der modernen Studiotechnik aber ohne dominierende elektronische Akzente bewusst freistilig auffasste), aber durchaus einen Eindruck davon vermittelte, was von der kommenden Herbst/Winter-Tour bei uns (dann in größeren Venues) zu erwarten ist. Wallis nutzte auch die Gelegenheit zu erklären, was es mit dem Titel der LP auf sich hat: Mit nunmehr 37 Jahren sei sie halt jetzt eine ausformulierte Frau und eben kein junges Mädchen mehr - mit allen Konsequenzen.

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Surfempfehlung:
www.wallisbird.com
www.facebook.com/wallisbird
www.instagram.com/wallisbirdofficial
www.youtube.com/watch?v=uQKVzxNtk1s
Text: -Ullrich Maurer-
Foto: -Ullrich Maurer-


 
 

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