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Konzert-Bericht
 
Coolness mit Sogwirkung

The Underground Youth

Rees-Haldern, Haldern Pop Bar
05.05.2019

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Undergound Youth
Um Punkt 21.00 Uhr werden an diesem bitterkalten Sonntagabend die Vorhänge in der Haldern Pop Bar zugezogen und das Bühnenlicht bis auf ein sanftes Glimmen heruntergefahren. Vom Schein des Kerzenleuchters auf der Theke abgesehen wird es dunkel im kleinen Saal, doch die Band des Abends will es so: Die aus Manchester stammenden, aber inzwischen in Berlin lebenden The Underground Youth baden mit ihrem Hall-getränkten Retro-Sound in Melancholie und Düsterkeit, dessen nostalgische Reminiszenzen für nennenswerte Bühnenbeleuchtung einfach keinen Raum lassen.
Auf die Sekunde genau eine Stunde lang taucht das Quartett mit einem Mo-Tucker-Gedächtnis-Drumkit und Vintage-Gitarren bewaffnet ab in eine monochrome Lo-Fi-Klangwelt, die letztmalig Mitte der 80er ein Update erfahren hat. Die introspektiven Lieder von The Underound Youth kommen oft ohne Refrains aus, sind dabei aber trotzdem nicht unmelodisch. An die Stelle von Hooks rückt eine oft hypnotische Qualität, die sicherlich in einem nordenglischen Studentenvenue 1984 etwas besser aufgehoben gewesen wäre als in der Haldern Pop Bar des Hier und Jetzt, mit beachtlicher Sogwirkung aber auch am Niederrhein beeindruckt.

In der Tradition ganz Großer wie The Velvet Underground, Joy Division, Echo And The Bunnymen, Spacemen 3 und ganz besonders The Jesus And Mary Chain streifen The Underground Youth Psychedelic, Post-Punk, Gothic, Shoegaze und Noise Rock und konterkarieren ihre dunkel-poetischen Texte musikalisch nicht selten klanglich mit roher Energie. Vor allem Drummerin Olya Dyer prügelt unbarmherzig auf ihr Mini-Standschlagzeug ein, doch auch sonst gibt es dank des expressiven Bühnengebarens von Frontmann und Bandgründer Craig Dyer und Bassist Max James viel Alarm auf der Bühne.

Gleich zweimal ist das Podium sogar zu klein. Erst liefert sich der etatmäßige Gitarrist Leonard Kaage an einer vor der Bühne aufgebauten Snare ein Drum-Duell mit Olya, während Craig am Ende ins Publikum springt und ganz nah bei den Zuschauern singt. Für Ansagen bleibt dagegen keine Zeit. Lieber geben sich The Underground Youth wie ihre Musik: cool und unnahbar.

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Surfempfehlung:
www.theundergroundyouth.com
www.facebook.com/TheUndergroundYouth
the-underground-youth.bandcamp.com
Text: -Carsten Wohlfeld-
Foto: -Carsten Wohlfeld-


 
 

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