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Ziemlich einzigartig

The Once

Köln, Die Wohngemeinschaft
10.02.2019

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The Once
Ganze vier Jahre ist es her, seit Geraldine Hollett und ihre Jungs aus dem kanadischen Neufundland bei uns zu Gast waren - damals mit der letzten LP "Departures". Seither ist so einiges passiert. Inzwischen haben sich The Once um einen Bass spielenden Drummer verstärkt, um ihre nach wie vor abwechslungsreich arrangierten Folkpop-Songs auch ein Mal glaubwürdig im Up-Tempo-Format vortragen zu können. Und dann war man natürlich auch nicht untätig. Zwar trennten sich die Neufundländer von ihrem bisherigen Label - gingen dann allerdings daran, in Heimarbeit neues Material in Eigenregie aufzulegen. Nachdem man zunächst mal als Support von Passenger auf Welt-Tournee ging, machte sich die Band 2016 daran, die neuen Songs auch einzuspielen. Das Ergebnis ist die EP "We Win Some We Lose Some", die neben zwei Live-Tracks auch fünf neue Songs enthielt und dann 2018 auch das neue Album "Time Enough", das es nun auf der aktuellen Tour vorzustellen galt.
Nun ist das so, dass The Once schon immer das auszeichnete, was sie von der Vielzahl ihrer Landsleute abhebt. Das ist dann zum Beispiel die unbedingte Bekenntnis zu ihrer provinzialen Herkunft und ihrem Heimatort St. John oder auch ihre grundsätzliche Skepsis, was den südlichen Nachbarn angeht. Denn während sich viele kanadische Bands musikalisch ja gerne als die besseren US-Amerikaner präsentieren wollen, favorisieren The Once musikalisch eher die Folk-Aspekte ihres Tuns und gehen mit Country- und Blues-Elementen eher sparsam um (obwohl die Country Musik die erste große musikalische Liebe im Leben von Geraldine war, wie sie bei dem Konzert erzählte). Und mittlerweile ist es ja auch so, dass The Once in Europa mindestens genausoviel unterwegs sind wie in Nordamerika (Phil Churchill berichtete von einer seltsamen Casting-Situation, die man als kanadischer Musiker durchlaufen muss, um in den USA überhaupt auftreten zu können - was die US-Skepsis erklärt).
Was bei Musik, wie sie The Once spielen, besonders wichtig ist, ist das Timing, die Details und die Zwischentöne. Sowohl in rhythmischer wie in gesanglicher Hinsicht überzeugte das Quartett auch bei diesem Auftritt wieder mit einer beeindruckenden Tightness. Da saß jeder Beat genau dort, wo er hingehörte, da gab es tonal überhaupt keine Diskrepanzen und jeder Akzent, jedes Vibrato, jeder Einsatz kam punktgenau rüber. Es gibt ja Leute, die sagen, dass zuviel Perfektion nicht gut genug ist - aber in dem Fall beeindruckte dieses handwerkliche Geschick schon alleine deswegen, weil die Songs dann trotzdem betont spielfreudig und mit einer wirklich beeindruckenden emotionalen Intensität dargeboten wurden. Dabei lösten sich Geraldine, Phil Churchill und auch Andrew Dale als Lead Vokalisten ab (wobei Geraldine allerdings schon die Hauptlast zukam) und ein ständiger Instrumentenwechsel, bei dem neben akustischen und elektrischen Gitarren auch ein Keyboard und diverse Mandolinen zum Einsatz kamen, sorgten für ein farbenfrohes Klangbild, das in Kombination mit den verschiedenen Stimmungslagen der Songs für ein betont kurzweiliges Konzerterlebnis sorgten. Stimmungsmäßig schaffen es The Once als Songwriter immer wieder, den oft melancholischen Stücken doch gewisse positive Seiten abzugewinnen. So zum Beispiel in Phils Song "Gonna Get Good", der die Textzeile enthält "No it'll never get easy but it's gonna get good". Das sind dann banale Lebensweisheiten, mit denen auch der Otto Normalzuhörer etwas anfangen kann. Eine gewisse Portion Humor sorgt dann endgültig dafür, dass selbst die sentimentalen Songs von The Once am Ende niemals kitschig wirken. Und einige Tracks - wie z.B. der neue Song "Before The Fall" - eignen sich dann auch zum Mitsing-Pop-Hit. Abgerundet wurde das Set dann noch durch eine klassische A-Cappella-Darbietung und wiederum das Elvis-Cover "Can't Help Falling In Love With You" - auch darin blieben sich The Once dann letztlich treu. Das alles erklärte aber so gar nicht, warum die Band sich vier Jahre Zeit gelassen hatte, um wieder mal vorbeizuschauen. Das - so meinte Geraldine zum Abschluss - solle dann nicht wieder vorkommen... versprochen!

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Surfempfehlung:
www.theonce.ca
www.facebook.com/TheOnceBand
Text: -Ullrich Maurer-
Foto: -Ullrich Maurer-


 
 

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