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Konzert-Bericht
 
Pop mit schönem Bogen

Rabea

Duisburg, FeG Duisburg City
18.01.2019
Rabea
Nein, eine Newcomerin im eigentlichen Sinne ist Rabea Bollmann eigentlich nicht. Als Mitglied der Indie-Folk-Lieblinge Leaves And Trees, Begleiterin von Eva Croissant, Sidekick von Linda Rum und zuletzt auch Gastmusikerin von Mister Me steht die Songschreiberin, Sängerin und Cellistin aus Hannover bereits seit Jahren auf der Bühne, also Solistin wagt sie den Sprung zu Pop mit schönem Bogen aber erst jetzt. Im Februar erscheint "Ask For The Moon", die erste EP der nach ihr benannten Band, doch dass sie all das Beiwerk gar nicht braucht, unterstreicht sie Mitte Januar bei ihrem famosen Gastspiel im kurzerhand zum Konzertsaal umgewandelten Wohnzimmer der Freien Evangelischen Gemeinde Duisburg City.
Rabea
Spürbar nervös ist Rabea vor dem Konzert, aber das ist kein Wunder. Erst zum vierten Mal bestreitet sie an diesem Abend einen Auftritt ohne ihre Mitstreiter. Mit dabei hat sie nur ihr Cello und ihre Loopstation - "meine andere Band", wie sie zur Belustigung des Publikums erklärt. Weil sie ihr Instrument jenseits gängiger Konventionen fantasievoll einsetzt, gelingt es ihr allerdings auch ohne Musiker aus Fleisch und Blut an ihrer Seite, die empathischen Geschichten ihrer Lieder an der Schnittstelle von Folk und Pop mühelos lebendig werden zu lassen, ohne dass dabei die Melancholie überhandnimmt, die man gemeinhin mit Streichinstrumenten verbindet. Mehr noch: Die oft minimalistische Begleitung macht auch deutlich, was für eine hervorragende Sängerin Rabea ist. Wenn sie in Zukunft die Loops abseits des Cellos ähnlich wie etwa Tim Neuhaus oder Julien Baker ausweiten würde, dürfte sie ihre Band ruhig mal öfter zu Hause lassen, zumal ihre Erläuterungen zu ihren Liedern an diesem Abend deutlich ausführlicher sind als im Quartettkontext und sie dabei mit entwaffnender Ehrlichkeit punkten kann.
Rabea
Wo bei ihren Bandauftritten - die nächste Tour in voller Besetzung beginnt am Valentinstag - dezent eingesetzte Elektronik für einen moderneren Anstrich sorgt, verlässt sie sich an diesem Abend ganz auf die, im wahrsten Sinne des Wortes, klassische Basis ihrer mitten aus dem Leben gegriffenen Lieder, glänzt mit zeitlos schönen Singer/Songwriter-Momenten und sorgt im proppenvollen FeG-Wohnzimmer mit genresprengenden Highlights wie "Silent" für atemlose Stille, bevor am Ende dann doch noch ein wenig Publikumsbeteiligung gefragt ist. Erst lädt Rabea für "Chariot" (ein ausgelassenes Cover der britischen Soul-Senkrechtstarterin Mega) zum Singalong ein, bevor bei "What About" wie einst bei Peggy Lees "Fever" die Schnipskünste der Anwesenden gefragt sind. Rabea selbst bestreitet die Nummer derweil vollkommen unplugged mitten im Raum - und freut sich, dass sie einen Türrahmen zum Anlehnen findet. Klar, dass danach noch eine Zugabe hermuss, bei der Rabea mit einer seelenvollen Version des Cure-Glanzlichts "Lovesong" für das i-Tüpfelchen an diesem ganz besonderen Konzertabend sorgt.
Surfempfehlung:
rabea-music.com
www.facebook.com/rabeaofficial
www.instagram.com/rabea.music
soundcloud.com/rabea-music
Text: -Carsten Wohlfeld-
Fotos: -Carsten Wohlfeld-


 
 

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