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Ought
Lewsberg

Münster, Gleis 22
14.11.2018

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Ought
Inspiration in der Vergangenheit finden beide Bands, die an diesem kalten November-Mittwoch auf der Bühne des Gleis 22 stehen, doch ansonsten hätten sie unterschiedlicher nicht sein können. Die kanadischen Post-Punks Ought kommen als Presselieblinge nach Münster, die nach ihrem Wechsel von Constellation zu Merge Records dieses Jahr mit ihrem eleganten dritten Album, "Room Inside The World", allenthalben groß abgeräumt haben und nun nach den Sternen greifen. Lewsberg aus den Niederlanden dagegen sind so DIY, dass sie noch nicht einmal ein Label brauchen, um wie die Modern Lovers und Galaxie 500 vor ihnen den Sound des New Yorker Untergrunds der 60ern in einer anderen Dekade und an anderer Stelle wieder lebendig werden zu lassen.
Die Headliner Ought bombardieren ihr Publikum mit einem inzwischen merklich in Richtung Wave und Pop geschubsten Feuerwerk so vieler scheinbar unvereinbarer Einflüsse aus der Indiewelt (und darüber hinaus), dass sie mit ihrem inzwischen spürbar stromlinienförmigeren und doch stets raffinierten Sound nicht nur das das Tor zum Mainstream ganz weit aufstoßen, sondern auch geradezu eigenständig klingen. Doch nicht nur klanglich ist das in Montreal beheimatete Quartett stets in Bewegung: Frontmann Tim Darcy und die Seinen leben ihren extravagant-kunstvollen Sound und ihre textliche Sinnsuche in einer immer verworrener werdenden Welt mit einer passend expressiv-unterhaltsamen Bühnenshow aus und haben sichtbar am eigenen Tun auf der Bühne genauso viel Spaß wie das Publikum davor.
Das ist bei Lewsberg sicherlich nicht anders, doch das Quartett aus Rotterdam lässt sich das nicht anmerken. Stattdessen begeistert die nach dem früh verstorbenen niederländischen Schriftseller Robert Loesberg benannte Band wie schon im Sommer beim Haldern Pop Festival auch in Münster mit lässiger Gleichgültigkeit. Praktisch wort- und bewegungslos liefern Lewsberg mit einem bewusst monotonen Sound und herrlich emotionslosem Sprechgesang eine lupenreine Velvet-Underground-Hommage ab, die sogar noch in Songtiteln wie "Sunday Mourning" auf die Spitze getrieben wird und live nicht nur beim ohrenbetäubend ausgewalzten Finale von "Terrible" noch einmal um einiges spannender ist als auf dem großartigen selbstbetitelten LP-Debüt. Auch wenn sich beide Bands an diesem Abend für höhere Aufgaben empfehlen: Klarer Punktsieger sind am Ende die Holländer!


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Surfempfehlung:
www.internetought.com
facebook.com/internetought/
ought.bandcamp.com/
www.lewsberg.net
lewsberg.bandcamp.com/
Text: -Carsten Wohlfeld-
Foto: -Carsten Wohlfeld-


 
 

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