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Business As Usual

Die Toten Hosen
Donots

Hamburg, Alsterdorfer Sporthalle
14.05.2002
Die Toten Hosen
Die Entscheidung, welche Band man sich denn an diesem Dienstagabend anschauen sollte, fiel nicht unbedingt leicht. Zur Auswahl standen New Found Glory im gemütlichen Logo, die Tribal-Metaller Ill Nino zusammen mit P.O.D. im weniger gemütlichen Docks oder die Toten Hosen in der absolut nicht gemütlichen Sporthalle. Da die aber die spanischen Dover im Gepäck haben sollten, gewannen die Düsseldorfer Fußball-Punks. Doch leider erkrankte Dover-Frontfrau Christina Llanos an Grippe und der Gig fiel aus. Ersatz war schnell gefunden, die Donots traten auf. Nur drei Tage nach der Show mit Millencolin gab es sie also schon wieder. Wer allerdings erst nach acht Uhr erschien, hörte nur noch "Whatever..." und "We're Not...". An Sehen war nicht zu denken, denn schon jetzt platzte die Halle aus den Nähten. Ausverkauft! Und das seit Wochen.
Dementsprechend gut war die Stimmung. Schon in der Umbaupause wurden ausgelassen bei Chart-Rock von Limp Bizkit, Creed oder Nickelback fleißig mitgesungen. Die St. Pauli-Hymne "You'll Never Walk Alone" wurde angestimmt und irgendwie wirkte die Sporthalle, eigentlich nur eine große, hohe Turnhalle, richtig partykompatibel. Erst recht, als die fünf Hosen nach einem etwas zu lang geratenem Sirtaki-Intro die Bühne betraten. Der Anfang war schon mal recht vielsprechend, sie begannen mit "Auswärtspiel" und dem All-Time-Klassiker "Liebesspieler". Gar nicht doof, erst mal schön die Mitsing-Stücke spielen und die Leute in Stimmung bringen. Es wirkte. Doch schnell wurde klar, daß auf der Bühne eigentlich jeder Song zum Stadion-tauglichen Mitgröler wird. Das gilt besonders für die neueren Songs. Und ausschließlich die wurden gespielt. Was vor der "Kauf Mich!"-Platte erschien, wurde nahezu komplett (Ausnahme: "Liebeslied") ignoriert. Es war Viva-Single-Time: "Schön sein", "Paradies", "Bonny & Clyde" und so weiter und so fort. Es waren genau die Stücke, die die Leute hören wollten. Hoch zufrieden brach nach jedem Song ein Jubel-Orkan los.

Das Publikum war bunt gemischt. Da gab es die Altrocker mit Vokuhilas, BWL-Studenten in ihren schicken rosa Hemden (an dieser Stelle mal ein persönlicher Gruß nach Paderborn), Mallorca-Touristen, Familien und massig Fußball-Fans. Punks waren überhaupt nicht und von früher anscheinend nur wenig Fans gekommen. Denen wäre wahrscheinlich eher aufgefallen, daß sich bei den Hosen-Shows mit den Jahren eine gewisse Routine eingeschlichen hat. Das ganze Konzert über fehlten die Überraschungen, die besonderen Momente, die ihren früheren Konzerte so legendär gemacht haben. Wenn man also nicht bis oben hin mit Altbier (ein Bier: 3,10 Euro!) abgefüllt war oder auf Stücke wie "10 kleine Jägermeister" steht, hatte man deutlich weniger Spaß.

Nach vielleicht 45 Minuten wagte Campino den ersten Besuch ins Publikum. Die Band spielte "Paradies" und der Frontmann schaffte es bestimmt bis in die dritte Reihe. Er wieder zurück auf die Bühne, Song zu Ende und die Ansage, daß man jetzt mal endlich richtig anfangen solle. Endlich! Klassiker! "Sekt oder Selters"! "Disco in Moskau"! "Schwarzwaldklinik"! Und tatsächlich, es gab es dann einen kleinen Höhepunkt in Form von "Hier kommt Alex". Doch dann? Es wurde wieder auf der alten Viva-Single-Schiene ("Pushed Again", "Kein Alkohol") gefahren. Zwischendurch ein Clash-Cover ("Should I Stay Or Should I Go") und dann der Tiefpunkt: Das Dillinger-Cover "Cokane In My Brain" - die Hosen spielen Nu-Metal. Eine Katastrophe! Ganz im Gegensatz zu "Bayern". Eine fantastische Fußball-Hymne, in der sich zwar keine Silbe wirklich reimt, deren Text aber als genial (wenn auch sehr plump) bezeichnet werden muß. Ganz egal ob St. Pauli- oder HSV-Fan, Bayern München mag in Hamburg niemand, dementsprechend gut kam der Song an. Nach fast 90 Minuten gab es das obligatorische "Schönen Gruß..." und ein nicht wirklich mieses, aber keinesfalls besser als durchschnittliches Konzert war erst mal zu Ende.

Über die Zugabe konnte sich dann aber eigentlich keiner wirklich beschweren. Den Anfang machte "The KKK Took My Baby Away" von den Ramones. Zu "Wort zum Sonntag" wurden dann auf der Leinwand, auf der das ganze Konzert über bunte Farben und Hosen-Videos liefen, Bilder aus der Früh- und Mittelphase der Band gespielt. Sehr putzig. Es folgten Gassenhauer wie "Eisgekühlter Bommerlunder" und "Opel Gang" und am Ende waren alle hoch zufrieden. Jedenfalls fast alle...
Text: -Mathias Frank-
Foto: -Pressefreigabe-


 
 

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