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Sonne im Nebel

Die Sonne
Sænder

Köln, Subway
24.11.2017

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Die Sonne
Um ein Haar wäre bei der Releaseparty des zweiten Albums "Aber die Landschaft" die Sonne tatsächlich im Nebel versunken. Und das nicht, weil die Band um die beiden Wolkengründer Oliver Minck und Benedikt Filleböck tatsächlich ein Stück namens "Nebel" im Angebot hat (das Oliver Minck auch als "endlich passend zur Jahreszeit" ankündigte), sondern, weil der Support Act - der wackere Markus Sandermann, der sich als Musikus indes Sænder nennt - für seinen Auftritt so ziemlich alles aus der bereitgestellten Nebelmaschine herausholen ließ. Und das war schon recht wagemutig - denn Markus war ja darauf angewiesen, auf seinem Laptop die richtigen Buttons zu drücken, um die Backings (Beats & Bass) für seine ansonsten live auf der Rockgitarre vorgetragenen deutschsprachigen Power-Pop-Songs abrufen zu können.
Zum Glück klappte das ganz gut - auch wenn das Publikum den Mann hinter seinen Schwaden kaum noch deutlich erkennen konnte. Egal: Als sich der Qualm dann verzogen hatte, wurde auch deutlich, was Markus eigentlich wollte: Zum Beispiel seine neue Single "Da zu Haus" vorzustellen, die - als Vorbote des kommenden Sænder-Albums soeben auf Soundcloud hochgeladen worden war. Musikalisch ist Sænder relativ einfach zu verstehen: Es gibt akkordgetriebenen, rockigen Power-Pop mit urbaner Note und deutschen Texten - die im ruppigen Live-Ambiente vielleicht etwas untergingen, oder auch nicht, denn die Rock-Power ist Sænder wichtiger als wohlfeiler Schönklang.
Um Schönklang geht es auch bei Die Sonne nicht zwangsläufig. Ungezwungen stellt sich dieser dann aber doch irgendwann ein. Denn wenn etwas an der Show im Kölner Subway auffiel, dann war das der Umstand, dass - mal abgesehen von minimalen Abstimmungsunstimmigkeiten die Reihenfolge der Songs betreffend - da wirklich jeder Ton perfekt an dem Platz saß, wo er auch hingehörte; und das ohne dass sich dabei irgendwelche Sterilität breit machte. Das liegt daran, dass die Sonne wohl ursprünglich mal als Live-Projekt geboren wurde - und live können Minck & Co. Jeder Song kam mit genau der richtigen Portion Schmackes daher, ohne dass die Feinheiten, die eine CD-Produktion mit sich bringt, dabei unbedingt verlustig gegangen wären. Vielleicht wurden diese Feinheiten durch andere ersetzt oder durch Live-Elemente wie wilde, psychedelische Gitarrensoli oder zwitschernde Synthie-Sounds überbügelt - jedenfalls fehlte da im Abschluss absolut nichts. Allerdings - und das muss dann auch mal gesagt werden - alle Songs, ob Up-Tempo-Rocker, Pop-Songs oder traurige Balladen wurden mit der gleichen Intensität dargeboten. So richtige Höhepunkte gab es da also eigentlich nicht - allerdings auf der anderen Seite natürlich auch keine Ausfälle. Mit bemerkenswerter Konsequenz führte also Oliver Minck als Frontmann und Conferencier (zuweilen am "Bühnenrand" herumpendelnd) mal mit und mal ohne Akustik-Gitarre durch die - im Vergleich zu Wolke etwas politischere - Gemengelage der Sonnen-Sounds. Songs wie der selbsterklärende "Kriege" (der wie auf der LP als drittes Stück an die Reihe kam) oder "NRW" - in dem Minck von den Qualen in Nordrhein Westfalen singt - hätte es früher jedenfalls nicht gegeben. Aber auch für die "Liebe" blieb dann noch genug Platz. Und der Rest wurde mit Wetter und Himmelskörpern wie "Sternen", dem besagten "Nebel", "Wind" und dem "Universum" aufgefüllt. Macht aber ja auch alles Sinn, denn Die Sonne machen ja "Kein Rock'n'Roll" - sondern intelligenten Power-Pop - durchaus mit Wumms, aber auch mit lyrischen Qualitäten und ohne aufgesetzte Comedy. Das demonstrierte man auch eindrucksvoll im Subway und empfahl sich damit auch durchaus für weitere Live-Eskapaden dieser Art. Es scheint, als haben Oliver Minck und Benedikt Filleböck (der - wie bei Wolke auch - stoisch seine Keyboards bearbeitete) im konventionellen Band-Setting endgültig ihre Bestimmung gefunden.

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Text: -Ullrich Maurer-
Foto: -Ullrich Maurer-

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