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28.10.2006
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Für Fans

The Lemonheads
Nick Ainsworth

Hamburg, Markthalle
28.10.2006

The Lemonheads
Die Meinungen zum neuen Lemonheads-Album gehen weit auseinander. In den Foren dieser Welt wird heiß diskutiert und auch im Hause Gaesteliste.de ist man sich nicht geschlossen sicher. Eingefleischte Dando-Anhänger wie Kollege Wohlfeld ließen nur wenig gute Haare an der neuen Scheibe, andere können sich durchaus mit den Songs anfreunden und schauten sich die Band auch mal wieder live an. Wobei hier das gleiche wie bei The Lost Patrol Band zutraf. Die Band ist Dando und die Musiker, die "The Lemonheads" eingespielt haben - nämlich Schlagzeuger Bill Stevenson und Bassist Karl Alvarez - waren auf Tour gar nicht dabei.

Bevor Evan Dando aber loslegte, stand noch ein gewisser Nick Ainsworth auf der Bühne. Der hatte nur eine Gitarre in der Hand und sorgte für miese Stimmung. Denn seine recht lahmen, manchmal an Bands wie die Counting Crows erinnernden Akustik-Nummern handelten von Tod, Vermissen und Blut, er selbst setzte ein grimmig-trauriges Gesicht auf und als er nach langen 25 Minuten fertig war, war das auch gut so. Besser war es, als Dando dann endlich da war und mit "Down About It" und "Tenderfoot" loslegte. Denn nicht nur, dass die Stimmung sofort eine tolle war und Dando offensichtlich nüchtern, auch war klar, dass es an diesem Abend nicht nur neue Songs geben würde. Einige hatten das befürchtet, doch Dando hatte Lust auf den Blick zurück. Also folgten anschließend die "It's a Shame About Ray"-Kracher "Big Part" und "Confetti" und schon war die Stimmung noch besser. Euphorisch könnte man auch meinen, denn das überwiegend ältere Publikum konnte sich kaum beherrschen, immer wieder tauchte ein Crowdsurfer auf und zwischen den Songs erfüllte lautester Jubel die richtig, richtig gut gefüllte Markthalle. Beherrschen aber konnte sich der Herr Dando, denn der sagte nicht viel. Mal ein "Danke", mal einen Hinweis an den Soundmann und mal ein "Schön, dass ihr hier seid". Und das war es dann auch, lieber nahm er den Kopf runter, tänzelte etwas über die Bühne und schrotete seine Gitarren. Die beiden anderen Herren auf der Bühne wurden kaum beachtet.

Es war ein Konzert für die Fans der Lemonheads und die Fans von Evan Dando. Denn außer etwas Nebel gab es keine Effekte, es gab keine Ansagen und es gab nichts, das von der Musik ablenkte. Nur diese zählte und diese konnte auch nach den vielen Jahren noch begeistern. Ob das nun ältere Sachen wie "Great Big No" oder "Hospital", natürlich "It's A Shame About Ray" oder "Hannah And Gabi", neue Songs wie "Black Gown", "Become The Enemy", "No Backbone" oder "Baby's Home", Akustik-Versionen von unter anderem "Into Your Arms" oder Songs von den Solo-Alben waren - ein jeder wurde bejubelt, ein jeder wurde vom Publikum mitgesungen und ein jeder war irgendwie schön. Sicher hat der ein oder andere seinen persönlichen Lieblingssong vermisst und einige warteten natürlich auch auf die "Mrs. Robinson", aber nach etwas über einer Stunde verließ trotzdem niemand unzufrieden die Halle. Nicht einmal die, die "The Lemonheads" langweilig finden...

Surfempfehlung:
www.thelemonheads.net
www.myspace.com/thelemonheads

Text: -Mathias Frank-
Foto: -Pressefreigabe-
 

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